|
|
Das Programm "
napf "
Seit 2002 wohnt
Paul Haag im Napfgebiet, in der sog. voralpinen
Hügelzone. Und vom ersten Tag an sind die beiden HORNS-Protagonisten der
Faszination Napf erlegen. Napf so heisst der unscheinbare
Berg, der mit seinen 1407 Metern über Meer eigentlich mehr Hügel denn
Berg ist, der jedoch in alle Himmelsrichtungen seine tiefen Gräben und
steilen Eggen ausbreitet. Der Napf hat viele Facetten: Er steht für die
gefürchteten Unwetter der Napfwetterküche, für die Legenden und Mythen
rundherum, aber auch für die von ihm ausgehende, unbändige Kraft und die
überwältigende Schönheit seiner Gegend. In seiner Art wirkt dieser
mystische Berg mit seinen Hügeln auf jeden, der sich in seine Nähe
begibt. Wie die Erosion langsam einzelne Steine herauslöst, so legt der
Napf innere Schichten frei. Diese Wirkung lässt Paul Haag unmittelbar in seine alpine Musik einfliessen. Der
Napf als küssende Muse und Quelle der Inspiration.
napf steht darüberhinaus für das Gestein, aus dem der Napf
gemacht ist: Die Nagelfluh. Die Nagelfluh als Sinnbild für ein
Konglomerat aus verschiedenartigen Gesteinen, 8 bis 30 Millionen Jahre
alt, abgetragen von den Bergen, von der Ur-Aare herausgeschwemmt ins
Mittelland, dort aufgeschichtet und verdichtet zu einer neuen
Gesteinsgattung. Genauso ist das neue Konzertprogramm der HORNS
PLUS konzipiert: Es sind Klangsteine verschiedener, vorwiegend alpiner
Herkunft, welche zu einer neuen Musikgattung verdichtet werden,
verbunden durch den heutigen Zeitgeist: nennen wir es Alpenjazz. So
findet ein Muotathaler Jüzli den Weg ins Mittelland. Ein Chüereiheli aus dem
hintersten Glarnerland ertönt im Echo der Napfflüehen wieder, mit
entsprechendem Tiefgang. Dann entfaltet sich ein bluesiger Blumenstrauss.
Klangmalerisch zeugt ein gfürchig-dunkler Kieselstein von einem
aufziehenden Unwetter über dem Napf. Exotisch-anmutende Klangsteine,
insbesondere im Zusammenspiel mit dem Hackbrett, verleihen dem alpinen
Klang streckenweise einen Hauch von Orientalik. Daneben erklingen Kieselsteine mit
skandinavischem Anstrich, welche vom hohen Norden in das musikalische
Programm gespült werden. Und schliesslich finden auch diverse
Klangsteine Eingang, deren Herkunft unerklärbar und offen bleibt,
Neukompositionen, die von innen heraus entstehen und hörbar den Geist
des modernen Jazz in sich tragen.
Historische Begebenheiten, Sagen, Legenden und Mythen sowie Naturbilder rund um den Napf bilden den roten Faden des Programms.
Eingeflochten werden literarische Zitate von namhaften Autoren aus dem
Napfgebiet.
vv
zurück |